Als das spanische Königshaus mit der Eroberung der Kanaren begann, waren die Inseln von den Guanchen bewohnt. 

Die Bezeichnung "Guanche" gilt genau genommen nur für die Ureinwohner Teneriffas, übertrug sich dann jedoch auch auf die Bewohner der anderen Inseln. Die Vorfahren der Guanchen waren vermutlich Berber. Die Inselbewohner lebten in natürlichen Höhlen und betrieben vor allem Viehzucht und Landwirtschaft. Seltsamerweise schienen sie nicht mit der Seefahrt vertraut zu sein, was die unterschiedlichen Entwicklungen der Stämme auf den einzelnen Inseln erklärt.

Während der Eroberung der Inseln leisteten die Guanchen Widerstand, am Ende jedoch waren sie gegen die militärische Übermacht der Spanier machtlos und die Inseln wurden 1496 dem Königreich Kastilien angeschlossen. Nach der Eroberung wurden viele der überlebenden Guanchen als Sklaven auf das spanische Festland verschleppt. Der Rest der Ureinwohner nahm die Bräuche und die Religion der Eroberer an.

Besiedlung von Teneriffa

Die Besiedlung der kanarischen Inseln fand vor ca. 3000 Jahren statt. Zu den ältesten Funden, die auf menschliche Besiedlung schließen lassen, gehört eine Feuerstelle bei Icod de los Vinos, die durch Radiokarbonmethode auf etwa 820 vor Christus schließen ließ. Die Besiedlung fand von der afrikanischen Westküste aus durch Berbervölker statt. Von dort lässt sich an klaren Tagen die Ostküste Fuerteventuras ausmachen, was natürlich die Neugier der Menschen erweckt haben muß. Die Küste von Fuerteventura liegt nur 100 Kilometer von der Westsahara entfernt. Die Gründe, sich neues Land zu suchen, mögen sicherlich auch darin begründet gewesen sein, dass sich bereits damals die Sahara immer weiter ausgebreitet hat und viele Landstriche an der Westküste Afrikas keinen fruchtbaren Boden mehr hergegeben haben. Ein weiterer Grund dürfte die Flucht vor der damaligen römischen Besatzung gewesen sein.

Das Leben der Guanchen

Die Guanchen waren eine primitive, steinzeitliche Kultur. Bis zum Zeitalter ihrer Eroberung durch die Spanier im Mittelalter kannte man dort weder das Rad, noch Boote, noch den Pflug. Alles was man heute weiß, deutet man anhand von Funden oder aus Überlieferungen der spanischen Eroberer oder primitiven Aufzeichnungen. Die Guanchen wohnten in Höhlen und lebten von der Viehzucht von Ziegen und Schafen. Ihr Hauptnahrungsmittel war Gofio, was auch heute noch in der kanarischen Küche Verwendung findet. Es handelt sich um geröstete und gemahlene Gerste oder Weizen, die mit Wasser verrührt werden. Darüber hinaus konnten sie sich auch von Feigen und Datteln ernähren, die es damals schon häufig auf der Insel gab. Hunde muss es wohl im Überfluss gegeben haben, sie wurden von den Guanchen schon als Jagd- und Hütehunde domestiziert. Daher wohl die Vermutung, die kanarischen Inseln als "Hundinseln" zu bennenen. Annhand des Namens Gran Canaria sieht man die lateinische Ableitung des Wortes "Hund" (cane lat.). Der Name entstand nämlich nicht, wie häufig vermutet wird, vom Kanarienvogel. Fische fing man damals mit einem Holzstab mit einer Steinspitze, was natürlich ein aufwändiges Unterfangen war.

Die Guanchen hatten ein komplexes Sozialleben mit klaren Regeln. Eine Frau durfte polygam leben und durfte bis zu drei Männer haben. Wenn ein Mann um eine Frau anhielt, musste er für die Ehe dem Brautvater Ziegen und Schafe zukommen lassen. Wurde man sich einig, wurde die Frau erstmal einen Monat im Bett richtig aufgepäppelt, so dass Sie auch kräftige Kinder gebären sollte. Der Mencey, der damalige Fürst, kam ebenfalls zur Hochzeitsfeier und durfte sich auch gleich zur Braut ins Bett legen. Neugeborene wurden damals von Ammen mit Ziegenmilch ernährt, welche man ihnen von Mund zu Mund einflößte. Trotz der polygamen Rolle der Frau war der Mann die Autoritätsperson im Haus, jedoch konnten beide Ehepartner eine Ehe auch wieder auflösen. Der Mann durfte eine fremde Frau nie direkt ansehen, er musste warten, bis er von ihr angesprochen wurde.

Die Guanchen glaubten an Naturgötter, die das Gute und das Böse repräsentierten. Man glaubte an ein Leben nach dem Tod, was sich anhand von gefundenen Grabbeigaben, z.B. Nahrungsmitteln nachweisen lässt. Man verehrte die Sonne und den Mond. Acorán war der Name des Sonnengottes, der als alleiniger Schöpfer betrachtet wurde. Daneben gab es zahlreiche Götzenbilder in meist weiblicher Form. Aus dem Ozean oder dem Vulkan kam das Unheil in Form von Dämonen. Um diese zu beruhigen, opferte man neben Butter, Milch oder Honig auch Ziegen. Der "Bailadero" (Tanzplatz) im Anagagebirge ist eine solche Opferstätte der Guanchen. 

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